Die Schweizer Stararchitektin Tilla Theus hat mit ihren „tanzenden Fenstern“ ein Wahrzeichen für den Luzerner Vorort Horw geschaffen. „Meine Bauten wollen die Liebe auf den zweiten Blick. Würden sie sofort begeistern, wären sie modisch. Es braucht Zeit, um Qualität zu erkennen“, betont Tilla Theus. Theus‘ Gebäude ist das erste Hochhaus in Horw. Die Aufregung, die rund um die Errichtung des Objekts entstand, nahm Tilla Theus gelassen: „Wer als Erster markant in die Höhe baut, erntet zwangsläufig Kritik, obwohl es sich, um genau zu sein, nicht um ein Hochhaus handelt, sondern lediglich um ein hohes Haus mit 14 Stockwerken auf einer Fläche von gerade mal 404 m2. Es wäre für einen Wolkenkratzer viel zu klein.“ Hochhäuser, insbesondere Wohnhochhäuser, sind in der Schweiz selten. Die klassischen Hochhaus-Fassaden mit ihren stereotypen Rastern eignen sich für Bürogebäude. Das Rasterprinzip kam für Theus nicht infrage. Sie wollte „ein anderes, sympathisch wirkendes Fassadenbild“. Aus diesem Anspruch heraus entwickelte die Architektin „tanzende Fenster“, die unregelmäßig angeordnet, aber doch harmoniestiftend sind. In jeder Position – im Stehen, beim Esstisch sitzend, auf der Couch liegend – bieten die Fenster in perfekter Höhe den Blick nach außen.